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Es werden Posts vom 2018 angezeigt.

Buchrezension: Jeder lügt so gut er kann - Harald Martenstein

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Hallo zusammen, Mit der Kolumne von Martenstein hatte ich bisher kaum Kontakt. Ich kannte seinen Namen á la "Hab schon mal von ihm gehört" und wusste, dass er ab und an Standpunkte vertrat, mit denen er bei vielen aneckte. Aber gerade das macht ihn aus meiner Sicht interessanter und vielleicht auch irgendwie sympathischer. Es gibt wohl kein langweiligeres Buch als das, bei dem der Autor die eigene Meinung hundertprozentig widerspiegelt. 
Martenstein begibt sich in seinen Kolumnen in die unterschiedlichsten Themengebiete: von Politik & Gesellschaft bis zu Hunden und dem eigenen Elterndasein. Wie es bei Sammlungen von Kurztexten üblich ist, sind manche Kapitel wirklich absolut lesenswert, während andere recht schwach sind. Hier vertrete ich jedoch die Meinung "Jeder hat mal einen schlechten Tag" - auch Autoren werden nicht immer von der Muse geküsst… 
Ich war überrascht davon, dass ich nach manchen Kapiteln etwas ratlos war. Zu einigen Themen hatte ich noch keine…

Buchrezension: Lust auf Zukunft - Franz Alt

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Hallo zusammen,

Buchrezension: Misbehaving - Richard Thaler

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Hallo zusammen, heute bewegen wir uns thematisch nicht weit aus meiner Komfort-Zone, dennoch nehme ich aktuell etwas Abstand zum Bereich Neurologie und Gedächtnis, da ich in letzter Zeit wohl eine Überdosis erwischt habe. Heute soll es stattdessen um Verhaltensökonomie gehen und ich möchte euch dazu das Buch Misbehaving von Richard Thaler vorstellen.
Ich habe mich sehr darauf gefreut, dieses Buch zu lesen. Thematisch hat es mich sehr an den damaligen Bestseller Freakonomics (von Steven D. Levitt und Stephen J. Dubner) erinnert, welcher eines der ersten Sachbücher war, die ich jemals gelesen hatte. Bereits damals im Alter von ca. 12 Jahren fand ich die ökonomische Sicht auf psychologische Aspekte des menschlichen Denkens und Handelns faszinierend - und genau diese (fast schon nostalgische) Faszination wurde durch Misbehaving erneut entflammt.
Richard Thaler nimmt den Leser mit seinem lockeren und sympathischen Schreibstil mit auf einen Ausflug in die Verhaltensökonomie und ist dabei alles…

Buchrezension: Die ultimative Fuck-it-Liste - A.L. Lang

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Hallo zusammen, nachdem ich mich in den letzten paar Wochen ständig mit Werken zum über die Themen Neurologie und Psychologie "rumgeschlagen" habe, wollte ich mal wieder etwas mit weniger Tiefgang lesen. Kurzer Spoiler vorweg: Ich habe jedoch meine Lektion gelernt. Das nächste Buch wird wieder ein Sachbuch.

Um ehrlich zu sein, hatte mir der Titel des Buches so gut gefallen, dass ich kaum widerstehen konnte. Da auch die Beschreibung vielversprechend klang, habe ich sofort zugeschlagen und die "Ultimative Fuck-it-Liste" bestellt. Ich hatte mich schon eingestellt auf bitterbösen Humor und zynische Bemerkungen zu den "Lebenswünschen" des Otto-Normalverbrauchers.

Als ich die ersten 20-30 Seiten gelesen hatte, war ich noch frohen Mutes, dass das Ganze schon noch Fahrt aufnehmen wird - geduldig habe ich mich also weiter durch das Buch gekämpft. Als ich ungefähr die Hälfte gelesen hatte, traf es mich plötzlich wie aus heiterem Himmel: es wird gar nicht besser. Und …

Buchrezension: Unser verrücktes Gehirn - Dean Burnett

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Hallo zusammen,heute möchte ich Euch ein (im Großen und Ganzen) recht kurzweiliges Sachbuch über das schusselige Organ, das unser Leben lenkt, vorstellen.
Bei der Bewertung dieses Buchs habe ich mich ehrlichgesagt etwas schwer getan, weil mir manche Kapitel wirklich gut gefallen haben und andere Abschnitte eher langweilig schienen. Hier spielt natürlich zum einen der individuelle Geschmack des Lesers eine große Rolle, andererseits ist die Schuld teilweise auch direkt bei mir zu suchen (sorry!), da dies das dritte Buch zum Thema Gehirn in Folge ist und ich in der Vergangenheit schon viele Bücher zu den Themen Neurologie und Psychologie gelesen habe. In dieser Hinsicht ist es also eine Leistung, für die der Autor definitiv Anerkennung verdient, neue Felder anzusprechen, von denen ich noch nichts gelesen habe. 
Wenn man dieses doch recht subjektive Thema "persönliches Vorwissen" mal außen vor lässt, kann man durchaus sagen, dass die Inhalte passend gewählt sind und in einer unter…

Buchrezension: Kleinhirn an Großhirn - Michel Cymes

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Hallo zusammen, nach meinem (anstrengenden) Ausflug in die Phsysik (siehe letzte Rezension), kehre ich nun zu altbekannten Forschungsfeldern zurück und möchte Euch heute meine Meinung zum französischen Bestseller "Kleinhirn an Großhirn" von Michel Cymes vorstellen. Warum ich nicht ganz so begeistert war, lest Ihr weiter unten.
Ich muss sagen, dass dieses Buch relativ vielversprechend angefangen hat, dann jedoch mit der Zeit thematisch an Zusammenhang verlor und mich auch in Hinsicht der wissenschaftlichen Präzision an vielen Stellen enttäuscht hat.

Das einzige Kapitel, aus dem ich inhaltlich etwas Neues gewinnen konnte, war das erste, in dem es um "gehirnfreundliche" Ernährung ging. Hier werden in relativ kurzen Abschnitten verschiedene Lebensmittel präsentiert und ihre positive Wirkung auf Gehirn und Körper erläutert. Für alle, die sich ein bisschen besser in Sachen Ernährung auskennen als ich, wird hier jedoch auch nur wenig neues Wissen zu finden sein.
Nach diese…

Buchrezension: Das größte Abenteuer der Menschheit - Lawrence M. Krauss

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Hallo zusammen, manchmal muss man sich einfach aus seiner "Comfort-Zone" bewegen und sich Themen annehmen, die eventuell eher nicht in die persönlichen Lieblings-Gebiete passen. Für mich war das in den vergangenen 10 Tagen die Physik. Unter Anleitung von Autor Lawrence M. Krauss habe ich mich auf Das größte Abenteuer der Menschheit gestürzt und verfolgt, wie einige Geheimnisse des Universums entschlüsselt wurden oder vielleicht zukünftig entschlüsselt werden können. 
Zugegebenermaßen hatte ich das letzte Mal mit Physik zu tun, als ich mich zu Beginn der Oberstufe freudig vom Fach verabschiedete, um mich der Biologie und Chemie zu widmen. Rückblickend ist es fast ein bisschen schade, mich in meinem jugendlichen Leichtsinn von dieser Wissenschaft getrennt zu haben - konnte ich damals doch nicht erahnen, dass ein paar Jahre später durchaus Interesse an physikalischen Entdeckungen entflammen sollte.
Als ich also nun über dieses Buch und die meines Erachtens etwas vage Inhaltsbe…

Buchrezension: Das trügerische Gedächtnis - Dr. Julia Shaw

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Hallo zusammen, heute habe ich mal wieder eine Rezension aus dem Bereich Psychologie-Sachbuch für Euch. Das Thema Erinnerungen hat mich schon immer fasziniert, weshalb ich bei diesem Buchtitel nicht widerstehen konnte.

Die Autorin und Rechtspsychologin Dr. Shaw stellt in zehn Kapiteln verständlich die grundlegenden Funktionsweisen und Makel unseres Gedächtnisses dar und veranschaulicht das Erklärte immer wieder an verschiedenen Studien oder mithilfe einfacher Gedankenexperimente. Viele Schilderungen darüber, wie unser Gehirn Erinnerungen verarbeitet, abruft und letztendlich auch verfälscht, sind ebenso interessant wie erschreckend. Das Buch gibt dem Leser auf jeden Fall Anlass dazu, sich durchaus kritisch mit den eigenen Erinnerungen auseinanderzusetzen und hilft dabei, falsche Informationen über die Funktionsweise des Gedächtnisses aufzudecken. 
Ihr Fachgebiet der Rechtspsychologie behandelt Shaw meines Erachtens nur oberflächlich. Jemandem, der speziell an diesem Thema Interesse hat, …

Buchrezension: Treffen sich zwei Träume. Beide platzen. - Patrick Salmen

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Hallo zusammen, nachdem ich Euch in den beiden letzten Beiträgen Bücher von Science-Slammern vorgestellt habe, soll es heute das Buch eines Poetry-Slammers sein, der die "Trilogie" abschließt.

Vor knapp zwei Jahren bin ich durch Zufall auf Patrick Salmens damals aktuelles Buch "Genauer betrachtet sind Menschen auch nur Leute" gestoßen und habe es absolut geliebt. Ich wusste: das wird nicht das letzte Buch des Autors sein, das ich lesen werde und nun war es endlich soweit. Patrick Salmen versteht es wie kein anderer, die Absurditäten des Alltags zu erfassen und sie zu lustigen, aber gut durchdachten Kurzgeschichten zu verarbeiten.

"Treffen sich zwei Träume. Beide platzen." ähnelt dem bereits genannten Vorgänger-Buch sehr und ich bin froh, dass sich Schreib- und Erzählstil kaum geändert haben. In Sachen Wortspiele hat sich der Autor meines Erachtens sogar gesteigert. Neben diesen finden sich im Buch aber natürlich auch kleine Gesprächsfetzen und Geschichten…

Buchrezension: Treffen sich zwei Moleküle - Martin Moder

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Hallo zusammen, nachdem ich Euch beim letzten Mal ein Buch des Science-Slammers Jörn Höpfner vorgestellt habe, soll es diese Woche wieder in diese Richtung gehen - zumindest stilistisch. Thematisch weichen wir nämlich ein gutes Stück von der Soziologie ab und begeben uns in das spannende Feld der Molekularbiologie zusammen mit Martin Moder.
Ich muss zugeben, dass mir im Voraus nicht wirklich klar war, was denn nun das Kernthema dieses Buches ist und ob es sich auf einen speziellen Aspekt der Mikrobiologie fokussiert. Titel und Klappentext waren aber überzeugend genug, um den "Sprung in die Ungewissheit" zu wagen und das Buch zu bestellen. 
Um die (auch meine) anfängliche Frage gleich zu Beginn zu beantworten: der Autor legt sich nicht auf eine bestimmte Thematik fest, sondern bietet dem Leser einen Überblick über ganz verschiedene Bereiche der Mikrobiologie. Er schafft es auch komplexe Vorgänge anschaulich darzustellen ohne, dass man das Gefühl einer zu starken Vereinfachun…

Buchrezension: Sag mir, was du kaufst, und ich sag dir, wer du bist - Jörn Höpfner

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Hallo zusammen,bei meiner heutigen Rezension geht es um ein Buch aus dem Fachbereich Soziologie. Ich muss jedoch ganz ehrlich sagen, dass die Erwartungen, die ich an dieses Buch hatte, nicht wirklich erfüllt wurden. Dabei gab es im Voraus zwei Möglichkeiten, wie es mich überzeugen hätte können: Es vertieft soziologisches Grundwissen weiterführend und zeigt Aspekte auf, für die in der Soziologie-Einführungs-Vorlesung keine Zeit bleibtEs ist hauptsächlich auf den Unterhaltungsaspekt fokussiert und unglaublich witzigLeider konnte das Buch mir weder den einen noch den anderen Wunsch erfüllen und ist mehr so eine Art Zwischenlösung. Inhaltlich gab das Buch nicht viel Neues her, da es nur um Sozialstrukturanalyse anhand der Milieus des Sinus-Instituts geht. Da ich mich aber schon ein paar Mal mit Soziologie beschäftigt habe, waren die verschiedenen Milieus mir bereits ein Begriff, auch wenn ich den Supermarkt-Bezug noch recht erfrischend fand. Vermutlich eignet sich das Buch also wohl ehe…

Buchrezension: Vom Anfang bis heute: eine kleine Geschichte der Welt - Loel Zwecker

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Hallo zusammen,heute möchte ich Euch ein Buch vorstellen, dass wohl für alle geeignet ist, die das Gefühl haben, nicht viel aktives Wissen aus dem Geschichtsunterricht mitgenommen zu haben.
Ich muss sagen, dass ich wirklich sehr positiv von diesem Buch überrascht wurde. Auch mein ursprüngliches Interesse lag darin, Geschichtswissen aus Schulzeiten wieder etwas aufzufrischen (im Endeffekt vergisst man ja doch mehr, als ursprünglich erwartet…). Im Nachhinein kann ich durchaus behaupten, dass viel passives "da war doch mal was"-Wissen wieder reaktiviert wurde. Zusätzlich hatte ich aber definitiv beim Lesen mehr Spaß, als im schulischen Frontalunterricht.
Es gibt mehrere Gründe, warum ich dieses Buch so positiv einschätzen möchte. Der erste Grund ist der Kommunikationsstil des Autors - sehr locker und dennoch nah an den Inhalten bringt er mich nicht nur immer wieder zum Schmunzeln, sondern lässt das Erklärte auch sehr nachvollziehbar und logisch erscheinen. Mir fiel es nie schwer,…

Buchrezension: Warum die Zeit verfliegt - Alan Burdick

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Hallo zusammen, die Zeit verfliegt und vom Januar 2018 bleiben nur noch wenige Tage übrig. Um meine kümmerliche Rate von mindestens einer Buchrezension pro Monat aufrechtzuerhalten, möchte ich Euch heute ein Buch vorstellen, in dem es um - wie passend - Zeitempfinden geht.
Ich habe mir schon des Öfteren Gedanken über die Subjektivität des Zeitempfindens gemacht und mich dementsprechend sehr gefreut, als ich diesen Buchtitel beim Stöbern entdeckte. Das Konzept der Zeit birgt etwas sehr Surreales, da es nur durch das menschliche Empfinden existiert und nicht wirklich fassbar erscheint.
Bevor ich zu lesen begann, war mich also nicht ganz klar, was mich erwarten würde. Ein paar Gedankenexperimente und philosophische Betrachtungen reichen höchstwahrscheinlich nicht aus, um ein gesamtes Buch zu füllen. Positiv überrascht war ich dementsprechend von dem sehr naturwissenschaftlichen Weg, den der Autor ging, um das Phänomen "Zeit" fassen zu können. Dabei versucht der Autor mithilfe vers…