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Buchrezension: Easter Parade - Richard Yates

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Hallo zusammen, das Buch, um das es heute geht, ist zugegebenermaßen keine Neuheit. Es handelt sich um ein Werk von Richard Yates, der laut einiger Pressestimmen als einer der bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts zu bezeichnen ist. "Easter Parade" erschien erstmals 1976.
Obwohl ich zuvor noch kein Buch von Yates gelesen hatte, wurde ich sehr schnell in den Bann seines Schreibstils gezogen – es wirkt fast so, als wäre jedes noch so scheinbar unbedeutende Wort sorgfältig ausgewählt und perfekt auf den Rest des Buches abgestimmt worden. Manche Sätze habe ich mehrmals gelesen, weil sie mir so gut gefielen. 
Interessanterweise zeichnet sich bei „Easter Parade“ kein Plotab: das Buch folgt keinem größeren Ereignis, sondern nur den Leben zweier Schwestern, die nach einer schwierigen Kindheit sehr unterschiedliche Wege eingeschlagen haben. In Sachen Karriere und zwischenmenschliche Beziehungen könnten Emily und Sarah nicht unterschiedlicher sein. Dennoch …

Buchrezension: Ausgezählt - David Baldacci

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Hallo zusammen, diese Woche habe ich mich mal wieder an einen Thriller gewagt. Leider konnte dieser nicht wirklich bei mir punkten...
„Ausgezählt“ ist der erste Roman aus der Feder David Baldaccis, den ich gelesen habe – und vermutlich wird es auch der letzte sein. Dabei klang die Story anfangs noch recht vielversprechend, im Verlauf des Buchs wird sie jedoch zunehmend chaotischer und etwas absurd. 
Der im Klappentext angeteaserte Teil der Geschichte zur Entführung der Zwillingsschwester der Hauptperson Atlee Pine spielt in diesem Band übrigens nur eine marginale Rolle und dient vermutlich eher als Vorschau auf das nächste Buch der Reihe. Darüber war ich etwas enttäuscht, mein Hauptproblem mit dem Roman lag jedoch weniger im Plot, sondern eher in der Schreibweise per se. 
Die Charaktere wirken sehr eindimensional und es fiel mir schwer Sympathien zu einem von ihnen aufzubauen. Besonders die FBI-Agentin, um die sich die ganze Geschichte dreht, war mir grundsätzlich unsympathisch. Ihre…

Buchrezension: Im Auge des Betrachters - Damion Searls

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Hallo zusammen, heute geht es wieder einmal um eines meiner Lieblingsthemen: Psychoanalyse. Genauer gesagt geht es um den weltbekannten Rorschach-Test. Mit dem Einzug der Tintenkleckse in die Pop-Kultur zeigte sich die Faszination der breiten Masse von dieser scheinbar simplen Methode zur Aufdeckung tief verborgener Persönlichkeitsmerkmale. Angesichts der zahlreichen Mythen rund um die Funktionsweise des Tests, war es mir ein Anliegen, mich genauer mit den Umständen seiner Entstehung und den Intentionen des Erfinders auseinanderzusetzen. 
Das Buch folgt einem chronologischen Aufbau und begleitet Hermann Rorschach durch seine Kindheit, die Jahre der Orientierung im Jugendalter und schließlich seinen Werdegang als angesehener Psychoanalytiker. In der ersten Hälfte des Buchs erhält der Leser wirklich sehr detaillierte Einblicke in die Ansichten, Träume und Denkweise eines bemerkenswerten Menschen, der sich durch seine künstlerischen Fähigkeiten und sein aufrichtiges Interesse an seinen …

Buchrezension: Drawdown - der Plan: Wie wir die Erderwärmung umkehren können - Paul Hawken (Hrsg.)

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Hallo zusammen, heute möchte ich Euch gerne ein Herausgeberwerk zum Thema Klimawandel vorstellen. 
Drawdown versteht sich als Sammlung von 100 Projekten, Konzepten und Ideen, die dabei helfen sollen, die Erderwärmung umzukehren. Entgegen dem klassischen Furcht-Appell anderer Bücher, soll diese Sammlung also nicht die verheerenden Schäden des Klimawandels aufzeigen, sondern vielmehr Lösungen und Ansätze bieten, um etwas gegen das größte Problem unserer modernen Gesellschaft zu unternehmen. Hierbei werden die Umsetzungskosten und das Einsparungspotential (finanziell als auch in Bezug auf den Ausstoß von Treibhausgasen) für eine grundsätzliche Bewertung und den anschließenden Vergleich der Projekte herangezogen.
Dabei sind natürlich nicht alle Projekte wirklich „neu“. Dass die Nutzung regenerativer Energien zum Einsparen von Emissionsgasen beiträgt, sollte für niemanden mehr eine Überraschung darstellen. Interessant waren für mich eher technische Innovationen, die zwar im Ranking des Buc…

Buchrezension: Der unheilbare Romantiker & andere Geschichten aus der Psychotherapie - Frank Tallis

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Hallo zusammen, heute möchte ich euch (wieder mal) ein Buch aus dem Bereich der Psychotherapie vorstellen. Vielleicht habt ihr ja schon mal bei meinen Rezensionen zu anderen Büchern zu dem Thema reingelesen (z.B. hier).
Ich hatte schon immer großes Interesse an psychotherapeutischer Arbeit und kann einfach nicht widerstehen, wenn ein Buch mit entsprechendem Titel auf den Markt kommt. „Der unheilbare Romantiker“ von Frank Tallis erinnerte mich sehr an die Bücher des bekannten Therapeuten Irvin D. Yalom, die ich absolut phänomenal finde. 
Auch beim Lesen dieses Buchs fühlt man sich durch die Dialog-Passagen als Teilnehmer an einer sehr intimen Interaktion zwischen Therapeut und Patient. 
Tallis selbst wirkt in seinen Erzählungen sehr authentisch und erklärt detailliert den Ablauf der Sitzungen mit seinen Patienten. Er nimmt nicht die Rolle des unnahbaren und allwissenden Arztes ein, sondern gesteht auch häufig eigene Fehler ein und reflektiert seine Vorgehensweise sehr bewusst, um dem …

Buchrezension: Vespasian. Das Blut des Bruders (Band 5) - Robert Fabbri

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Hallo zusammen, nach einer kleinen Pause, die einer größeren Abschlussarbeit im Rahmen meines Studiums geschuldet war, melde ich mich heute – passend zum Erscheinungstermin – mit der Rezension zum fünften Band der Vespasian-Reihe von Robert Fabbri zurück.

In diesem Band, der den Namen "Das Blut des Bruders" trägt, macht der Held da weiter, wo er im 4. Band aufgehört hat: Er nimmt an der Eroberung Britanniens teil. Als Legatus einer römischen Legion hat er dabei mit allerhand Unbill zu kämpfen. Insbesondere muss er seinen vom Feind entführten Bruder befreien, bevor dieser von äußerst unsympathisch dargestellten Druiden geopfert wird. Dabei läuft der Autor wieder zu gewohnter Form auf, wenn er sehr packend die Schlachten um zwei britannische Wallburgen schildert. Auch taktische und strategische Überlegungen sowie die Politik der römischen Invasoren werden gut herausgearbeitet. Und für Spannung sorgt allein schon die Unberechenbarkeit der Bewohner der britischen Inseln – eine C…

Buchrezension: Wolfskrieg (Die Uhtred-Saga, Band 11) – Bernard Cornwell

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Hallo zusammen,
pünktlich zum Erscheinungstermin könnt Ihr nachfolgend meine Rezension zum elften Band der Uhtred-Saga von Bernard Cornwell lesen. Meine Rezension zum zehnten Band findet Ihr hier.
Dieser Band, der unter dem Titel "Wolfskrieg" veröffentlicht wurde, gehört für mich zu den schwächeren Bänden der Reihe. Natürlich gelingt es Cornwell mit seiner ganzen Routine immer noch eine ganz passable Story zu stricken und den Leser in das 10. Jahrhundert mitzunehmen, aber das Niveau anderer Bände der Reihe erreicht er dieses Mal nicht. Für mich liegt das daran, dass die Story ähnlich wie der Held der Reihe mehr oder weniger in der Gegend herumirrt.
Zum Geschehen: Mit einer List wird Uhtred von Bebbanburg fort- und nach Mercien gelockt. Dort angekommen kann er zwar seinem belagertem Freund Aethelstan zu Hilfe kommen, aber in der Zwischenzeit fallen in Northumbrien die Wolfskrieger des Norwegers Sköll Grimmarson ein, der höchstpersönlich ein Familienmitglied Uhtreds tötet. Damit …