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Buchrezension: Im Auftrag der Toten - Axel Petermann

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Hallo zusammen, heute möchte ich Euch ein Buch vorstellen, dessen Autor wohl die Meisten aus dem Fernsehen kennen: Axel Petermann ist seit Jahren immer wieder als Profiler in Sendungen wie "Aufgeklärt – Spektakuläre Kriminalfälle" (ZDFinfo) zu sehen. Ich habe schon einige seiner Fernsehauftritte verfolgt und fand ihn dabei immer sehr sympathisch und kompetent . Obwohl sich dieser Eindruck auch beim Lesen seines neuen Buchs bestätigt hat, konnten mich die drei darin geschilderten Fälle nicht wirklich packen. Das mag zum einen daran liegen, dass Visualisierungen , z.B. in Form von Fotos der Opfer oder den Tatorten, einen großen Beitrag zu dem schaurigen „Cold-Case-Gefühl“ beitragen. Andererseits werden die Fälle meiner Meinung nach ein bisschen zu lange besprochen, was unter anderem zu einer gewissen Redundanz führt. Zwar bildet der Umfang der Schilderungen wohl auch nur einen Bruchteil der wirklichen Arbeit eines Profilers ab, dennoch wirken sie für meinen Geschmack etwas zu

Buchrezension: Wer das Feuer entfacht - Paula Hawkins

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Hallo zusammen, heute geht es um den neuen Roman der Bestseller-Autorin Paula Hawkins.  Es ist schon einige Jahre her, dass ich „Girl on the Train“ gelesen habe. So genau konnte ich mich demnach nicht mehr an den Schreib- und Erzählstil erinnern. Das Einzige, was ich noch wusste: Das Buch hatte irgendwie das gewisse Etwas und hat mir gefallen. Das kann ich aber leider nicht von ihrem neuen Roman „Wer das Feuer entfacht“ behaupten. Zwar ist der Schreibstil sehr angenehm zu lesen, in Bezug auf die Handlung überzeugt das Buch aber eher nicht. Bereits zu Beginn werden in relativ kurzer Zeit viele Charaktere vorgestellt, sodass man sich entweder gut konzentrieren oder hin und wieder ein paar Kapitel zurückblättern muss, um sich zu erinnern, wer das denn nochmal war. Die Verwirrung durch die schnellen Perspektivwechsel werden zudem verstärkt durch einzelne Rückblenden bzw. parallele Erzählstränge, zu denen man irgendwie nicht so recht hingezogen fühlt. Dadurch verbringt man auch nur wenig

Buchrezension: Flauschig - Hanna Bervoets

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Hallo zusammen, dieses Mal habe ich mich an einen Roman gewagt - jedoch ohne großen Erfolg... Ich weiß nicht wirklich, womit ich bei dieser Rezension anfangen soll, da ich nicht besonders viel Gutes über das Buch schreiben kann, es aber eigentlich auch nicht zu stark kritisieren möchte. Vielleicht so viel zu Beginn: Ich habe das Buch nicht zu Ende gelesen. Normalerweise gehöre ich zu der Sorte Menschen, die nur sehr ungern Bücher unvollendeter Dinge zur Seite legen. "Flauschig" hat mich aber einfach so wenig gepackt, dass sich jede Seite wie eine ungeliebte Pflichtaufgabe anfühlt, die es hinter sich zu bringen gilt. Da der Lesespaß ausgeblieben ist, habe ich nach ca. 100 Seiten abgebrochen. Hauptsächlich fehlt mir wohl ein bisschen Spannung in der Handlung. Auch wenn man einen Roman natürlich nicht mit einem Thriller vergleichen kann, so sollte einen die Story trotzdem irgendwie mitreißen oder zumindest neugierig darauf machen, was als nächstes geschieht. Statt einem einzi

Buchrezension: Kalte Knochen - Sandra Ireland

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Hallo zusammen, heute geht es mal wieder um einen Thriller - obwohl ich das in diesem Fall gar nicht so unterschreiben würde. Für mich fällt "Kalte Knochen" trotz des vielversprechenden Titels nicht wirklich in die Kategorien Thriller oder Krimi. Dazu unten mehr - zunächst aber ein paar positive Anmerkungen: Das Buch ist angenehm geschrieben, erfreut durch eine geschickte Verwebung mehrerer Perspektiven und vermittelt die landschaftliche Atmosphäre sehr gut. Besonders hervorheben möchte ich auch die Idee der Autorin, eine Sage in die Handlung quasi als parallele Erzählung einzubinden. Leider überwiegt für mich bei diesem Buch jedoch die Seite mit den negativen Aspekten. Zum einen hat man für den Großteil des Lesens wie bereits erwähnt nicht wirklich das Gefühl, einen Thriller vor sich zu haben. Eher einen Roman, an manchen Stellen wirkt das Buch fast schon wie eine schnulzige Romanze mit Intrigen, Affären und leidenschaftlichen Liebhabern hinter jeder Ecke. Auch zu den Figur

Buchrezension: Borderline und Narzissmus - Elinor Greenberg

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Hallo zusammen, um auch mal wieder zu meinen "klassischen Rezensionen" zurückzukehren, möchte ich Euch heute ein Buch zum Thema Persönlichkeitsstörungen vorstellen. Das selbsternannte "Praxisbuch" von Dr. Elinor Greenberg vermittelt auch für Laien verständlich, wie Borderline-, narzisstische und schizoide Persönlichkeitsanpassungen erkannt und erfolgreich therapiert werden können. Der Anfang des Buches gestaltete sich für mich ein wenig holprig, weil mir der Begriff der interpersonellen Gestalt bis dato unbekannt war und mich dieses Kapitel zugegebenermaßen ein wenig verwirrt hatte bzw. nicht wirklich Interesse meinerseits wecken konnte. Wenn man diesen Part geschafft hat, wir es endlich konkret und man beginnt damit, sich mit den verschiedenen Formen der Persönlichkeitsstörung auseinanderzusetzen. Hier gibt es immer mal wieder Abschnitte, die wirklich sehr interessant, praxisbezogen und spannend sind. Teilweise gibt es hier aber auch Kapitel, bei denen mir eher na

Buchrezension: Ich will dir nah sein - Sarah Nisi

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Hallo zusammen, heute möchte ich Euch den Debütroman der Newcomer-Thrillerautorin Sarah Nisi vorstellen: "London, Fundbüro des öffentlichen Nahverkehrs. Lester Sharp kümmert sich um herrenlose Fundsachen: Handys, Schlüssel, Portemonnaies – besonders gern um Kleidungsstücke und medizinische Gerätschaften. Er ist auch privat ein Sammler und Sonderling, der sich schwertut mit Frauen und zwischenmenschlichen Beziehungen. Als er der jungen Erin begegnet, weiß er zunächst nicht, wie er sich verhalten soll – findet aber schon bald eine Möglichkeit, ihr nah zu sein. Näher, als es ihr lieb sein kann..." Was mir wohl mit am besten an diesem Buch gefallen hat, ist die Linearität und Klarheit der Story . In kürzerer Vergangenheit haben mich einige Romane einfach nicht packen können, weil ich bei den zahlreichen Perspektivwechseln und Zeitsprüngen den Überblick verloren habe. Der Lesespaß leidet halt, wenn man sich zu sehr auf das Hintergrundkonstrukt der Geschichte konzentrieren muss. „I

Buchrezension: Okay, danke, ciao! - Katja Hübner

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Hallo zusammen, heute möchte ich eine Geschichte über ein Einzelschicksal vorstellen, das repräsentativ für so viele Menschen in Deutschland steht: Katja Hübner passiert auf dem Weg zur Arbeit täglich eine Bank, auf der ein völlig verwahrloster junger Mann zu leben scheint. Wo andere einfach weitergehen, bleibt sie stehen und zeigt Mitgefühl – manchmal in Form ein paar belegter Brötchen, manchmal in Form warmer Decken und manchmal einfach durch eine gemeinsame Raucherpause. Wir begleiten den an einer Psychose erkrankten Marc auf seinem Weg von der Straße und erleben dabei alle Stationen mit – immer aus der sehr persönlichen Sicht von Katja Hübner. Beim Lesen ersehnt man sich ein „glorreiches Ende“ herbei, in dem Marc vollständig geheilt ist, ein normales Leben führt und detailliert von seiner Vergangenheit erzählen kann. [SPOILER] Das passiert (leider) nicht. Obwohl man auf dieses Märchen-Ende verzichten muss, glaube ich, dass das Buch genau den Zweck erfüllt, den die Autorin vorgeseh