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Buchrezension: Vespasian. Das zerrissene Reich (Band 7) - Robert Fabbri

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Hallo zusammen, seit der Umstellung auf Online-Studium habe ich eines festgestellt: ich lese fast ausschließlich in öffentlichen Verkehrsmitteln. Zuhause finde ich seltener die Zeit, mich mal einfach mit einem Buch hinzusetzen, weil es zahlreiche Alternativen gibt, die objektiv betrachtet "dringender" oder "wichtiger" scheinen.

Letzte Woche ist aber nun endlich Band 7 der Vespasian-Reihe von Robert Fabbri erschienen und beendete meine lange Lese-Durststrecke. Umso erfreuter war ich darüber, dass der vorliegende Roman sicherlich zu den stärksten Bänden der Reihe gehört.
Obwohl über den dargestellten Zeitabschnitt wenig aus Vespasians Leben bekannt ist, gelingt es Fabbri dennoch meisterhaft dessen Biografie in diese Zeit hineinzuweben. 

Der Band teilt sich in zwei große Abschnitte: Im ersten befindet sich Vespasian in Rom und wird wieder einmal in die Intrigen am kaiserlichen Hof hineingezogen. Nero versetzt die High Society Roms gerade in Angst und Schrecken ob seiner U…

Buchrezension: Ein Algorithmus hat kein Taktgefühl - Katharina Zweig

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Hallo zusammen,ich hoffe, Ihr hattet ein paar schöne Feiertage und etwas Zeit, um gemütlich zu lesen. Ich jedenfalls konnte - neben ein paar Uni-Projekten - auch das Buch abschließen, das ich euch heute vorstellen möchte.

„Ein Algorithmus hat kein Taktgefühl“ gibt einen grundsoliden Überblick über die technischen Hintergründe und Funktionsweisen von Algorithmen, sowie die ethischen Aspekte, die es dabei zu berücksichtigen gibt. Zahlreiche Diagramme und Karikaturen tragen hierbei zum besseren Verständnis der Inhalte bei oder dienen als Visualisierung von Sachverhalten, die in Textform übermäßig kompliziert wirken.

Die Autorin setzt dabei kaum Technik-Kenntnisse voraus und holt somit alle Leser auf deren Wissensebene ab. Mir persönlich ist aufgefallen, dass es dadurch hin und wieder zu Wechseln zwischen sehr einfachen Grundbegriffen und fortgeschrittenen Prozessen kommt, die dem Leser viel Aufmerksamkeit abverlangen – in der einen Sekunde nickt man noch eifrig mit und fliegt nur so über …

Buchrezension: Woher kommt der Hass? - Anne Otto

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Hallo zusammen,heute möchte ich Euch ein Buch vorstellen, das sich mit den psychologischen Mechanismen beschäftigt, "die dazu beitragen, dass Menschen sich wieder offen rassistisch äußern, nach Autoritäten verlangen oder sogar überzeugt Blut- und Boden-Ideologien vertreten".
Anne Otto gelingt es mit ihrem Buch „Woher kommt der Hass?“ wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Sozialforschung und Psychologie für jedermann verständlich darzustellen. Das Buch liefert aber nicht nur einen Überblick über die psychologischen Hintergründe rassistischer Haltungen, sondern ist gleichzeitig eine Einladung zur Selbstreflektion. Anstatt über andere zu urteilen, die sich bspw. fremdenfeindlich äußern, ruft die Autorin dazu auf, sich eigene Vorurteile gegenüber anderen Kulturen bewusst zu machen. Dabei geht es nicht darum, die rassistischen Äußerungen zu verharmlosen oder Sympathien aufzubauen, sondern darum, Verständnis für die Vorgänge zu schaffen, die dazu führen, dass manche Menschen rec…

Buchrezension: Der Fund - Bernhard Aichner

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Hallo zusammen,heute habe ich wieder mal eine Thriller-Rezension für Euch. Wie Ihr vielleicht wisst, lese ich allgemein nur selten Romane, aber der Klappentext von „Der Fund“ hat mich irgendwie gepackt – auch wenn ich den Autor zugegebenermaßen bis dato nicht kannte. 
Bereits in den ersten Kapiteln liegt eine Spannung in der Luft, die einen das Buch nicht mehr weglegen lässt. Parallel werden hier die zeitversetzten Handlungsstränge erzählt: das Leben der Supermarkt-Verkäuferin Rita Dalek, das durch einen Zufall eine tödliche Wendung nehmen wird, sowie die Ermittlungen eines hartnäckigen Polizisten, der auch auf unkonventionelle Methoden zurückgreift, um den Tod des Opfers zu rekonstruieren.
Die Story ist spannend und hat einige überraschende Plot-Twists. Das Ende hat sich meiner Meinung nach aber ein bisschen zu offensichtlich angebahnt und konnte nicht so richtig mit dem restlichen Buch mithalten. Ich würde nicht sagen, dass der Schluss enttäuschend war, aber ich hatte mir noch ein bis…

Buchrezension: Van Gogh - Alfredo Pallavisini & Paola Rapelli

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Hallo zusammen, nachdem ich vor kurzem eine faszinierende Dokumentation über Leben und Werk von Vincent van Gogh gesehen hatte, konnte ich nicht widerstehen, als ich das Buch gesehen habe, welches ich Euch heute vorstellen möchte.
In einem sehr kompakten Format werden die Biographie und die bedeutendsten Gemälde des weltberühmten Künstlers anschaulich präsentiert. Hier erinnert nichts an einen klobigen Bildband, den man wohl zu Prestige-Zwecken gut sichtbar ins Bücherregal stellen würde. Dieses Buch aus der Reihe „Große Meister der Kunst“ ist dafür gemacht, überall gelesen zu werden – egal ob als Gute-Nacht-Lektüre, am Frühstückstisch oder beim Pendeln zur Arbeit.
Nun aber zu den Inhalten: auf ein paar einführende Worte des Kunsthistorikers Stefano Zuffi folgt auf knapp 30 Seiten eine Zusammenfassung des Werdegangs und Lebens van Goghs. Als Übersicht dient hier zusätzlich eine Chronologie im Anhang des Buchs, die die wichtigsten Lebensereignisse des niederländischen Künstlers in eine…

Buchrezension: Schwimmen Tote immer oben? Die häufigsten Irrtümer über die Rechtsmedizin – Michael Tsokos

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Hallo zusammen, heute geht es um ein Buch zum Thema Forensik/Pathologie. Falls Ihr Euch für weitere Bücher zu diesem Thema interessiert, findet Ihr hier eine weitere Buchrezension, die Euch gefallen könnte. 
„Schwimmen Tote immer oben?“ ist die Fortsetzung von „Sind Tote immer leichenblass?“ und reiht sich mühelos in die erfolgreichen Publikationen des Rechtsmediziners und Autors Michael Tsokos ein. Bereits im ersten Teil beantwortet der Leiter des Instituts für Rechtsmedizin der Charité allerhand Fragen rund um die Mythen der Pathologie (habe ich natürlich mal wieder nicht gelesen, bevor ich mich an die Fortsetzung gemacht habe - hoppla -baut aber nicht aufeinander auf). 
Meiner Ansicht nach richtet sich das Buch hauptsächlich an ein Publikum, das kaum mit rechtsmedizinischen Abläufen vertraut ist und das Berufsbild des Pathologen hauptsächlich mit Krimis und TV-Thrillern in Verbindung bringt. So orientieren sich viele Kapitel des Buchs an Darstellungen aus dem Fernseh-Klassiker „Ta…

Buchrezension: Fake News. Die größten Falschmeldungen in Geschichte und Gegenwart - Frank Fabian

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Hallo zusammen, heute halte ich mich relativ kurz und rezensiere das Buch "Fake News. Die größten Falschmeldungen in Geschichte und Gegenwart" von Frank Fabian.
Bereits von Anfang an konnte mich dieses Buch nicht wirklich fesseln – selten habe ich mehr als ein Kapitel gelesen, bevor ich es wieder weglegen wollte. Das mag zum einen daran liegen, dass ich nicht das Gefühl hatte, viel neues zu erfahren. Zum anderen ist es meiner Ansicht nach auch nicht übermäßig gut geschrieben. 
Das sollte man jetzt jedoch nicht falsch verstehen. Die Inhalte des Buchs sind – soweit ich das beurteilen kann – korrekt und nicht per se uninteressant. Wer jedoch über historisches bzw. politisches Hintergrundwissen verfügt, wird aus den meisten Kapiteln nur wenig zusätzliches Wissen mitnehmen können. Dafür sind sie einfach zu kurz gehalten und liefern eher oberflächliche Informationen. Infolgedessen ist das Buch aber schnell gelesen und sehr leicht zu verstehen. 
Insgesamt fällt das Buch für mich i…