Buchrezension: Kleinhirn an Großhirn - Michel Cymes

Hallo zusammen,

nach meinem (anstrengenden) Ausflug in die Phsysik (siehe letzte Rezension), kehre ich nun zu altbekannten Forschungsfeldern zurück und möchte Euch heute meine Meinung zum französischen Bestseller "Kleinhirn an Großhirn" von Michel Cymes vorstellen. Warum ich nicht ganz so begeistert war, lest Ihr weiter unten.

Ich muss sagen, dass dieses Buch relativ vielversprechend angefangen hat, dann jedoch mit der Zeit thematisch an Zusammenhang verlor und mich auch in Hinsicht der wissenschaftlichen Präzision an vielen Stellen enttäuscht hat.

Das einzige Kapitel, aus dem ich inhaltlich etwas Neues gewinnen konnte, war das erste, in dem es um "gehirnfreundliche" Ernährung ging. Hier werden in relativ kurzen Abschnitten verschiedene Lebensmittel präsentiert und ihre positive Wirkung auf Gehirn und Körper erläutert. Für alle, die sich ein bisschen besser in Sachen Ernährung auskennen als ich, wird hier jedoch auch nur wenig neues Wissen zu finden sein.

Nach diesem Kapitel rutscht das Buch immer weiter in die Sparte Selbsthilfe-Ratgeber ab und behandelt ein großes Themenspektrum. Leider handelt es sich aber eher um eine Ansammlung banaler Ratschläge, die keinen Menschen ernsthaft überraschen können (z.B. Wasser trinken und ausreichend lange schlafen ist gesund), und "Tipps für ein glückliches Leben", die genauso gut aus einem Psycho-Ratgeber für Hausfrauen stammen könnten (Bewussteres Leben und Hedonistische Tretmühle lassen grüßen).

Was mich jedoch am meisten gestört hat, ist die Darstellung dieser Ansammlung als wissenschaftliches Sachbuch, das rein auf Erkenntnissen der Neurologie basiert. Natürlich werden viele Tatsachen genannt, die bereits durch die Wissenschaft gesichert sind (z.B. positive Effekte sportlicher Betätigung). Doch viele Sachbestände werden meiner Ansicht nach nicht korrekt dargestellt – dabei hat mich insbesondere die fehlende Unterscheidung zwischen Kausalität und Korrelation gestört, was für mich ein absolutes No-Go ist.

Insgesamt fand ich (bzw. finde ich noch immer) die grundsätzliche Idee gut und hatte mich auch darauf gefreut, das Buch zu lesen. Im Nachhinein hätte ich die Zeit wohl besser anderweitig genutzt – dementsprechend gibt es von meiner Seite her auch keine Empfehlung.

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"Kleinhirn an Großhirn" steht seit dem 21. Mai 2018 in den Regalen. Um Euch den Weg ins Geschäft zu sparen, könnt Ihr aber auch einfach auf diesen Link klicken!
Amazon: Kleinhirn an Großhirn – Michel Cymes

Info: 288 Seiten, Goldmann Verlag, 1. Auflage, Preis: 14,00€ (Broschiert)

Besonderen Dank an Random House, den Goldmann Verlag und das Bloggerportal!

Bis zum nächsten Mal,
Melli ♥

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